Fehlerhafte Widerrufsbelehrung - Jetzt handeln

Widerruf - Wenn ich jetzt, wann dann?

Wer als Verbraucher i.S.d. BGB von alten Kredit- und/oder Versicherungsverträgen aufgrund von fehlerhaften Widerrufsbelehrungen Abstand nehmen und von dem aktuellen „Zinstief“ profitieren möchte, sollte nicht mehr allzu lange warten.

Bereits für Ende März 2016 ist eine entsprechende Gesetzesänderung geplant, welches die Geltendmachung eines Widerrufes im Hinblick auf ältere Verträge deutlich erschwert. Dies betrifft vor allem Verträge der Jahre 2002-2010.

Was bedeutet dies für sie?

Sollte die Widerrufsbelehrung, z.B. ihrer Baufinanzierung, ihrer Lebensversicherung, etc., fehlerhaft sein, können sie ihre aktuellen Verträge wirksam widerrufen und von den aktuellen Niedrigzinsen profitieren. Zum Beispiel kann man statt der ursprünglichen relativ hohen Zinsen einen neuen Vertrag zu den aktuellen Zinsen abschließen. Hierbei kann es aufgrund der Zinsentwicklung zu erheblichen Ersparnissen kommen.

Zusätzlich haben sie gegebenenfalls gegen ihren Vertragspartner einen Anspruch auf einen entsprechenden Nutzungsersatz. Diese entsteht dadurch, dass die Bank oder die Versicherungsgesellschaft mit den Zins-und Tilgungsleistungen ist zum Widerruf wirtschaften konnte. Er beläuft sich auf 5 Prozentpunkte über dem jeweils gültigen Basiszinssatz. Somit kommt zur Zinsersparnis noch Einiges dazu. Allein bei diesem Punkt wurden in vergleichbaren Verfahren bereits 5-stellige Beträge fällig.

Wen Betrifft Das?

Dies betrifft vor allem Verträge aus den Jahren 2002-2010, aber auch ältere und jüngere Verträge können betroffen sein. Welcher Vertrag aufgrund damals üblicher Vorgehensweisen in weiten Teilen fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthält, obliegt einer Nachprüfung im speziellen Fall. Vor allem Bankverträge und Verträge großer Versicherungsunternehmen zählen zum Betroffenenkreis.  Grundsätzlich unerheblich ist dabei, ob es sich um einen abgeschlossene Vertrag handelt oder um einen noch laufenden Vertrag, in beiden Fällen kann eine rechtsfehlerbehaftet Widerrufsbelehrung zu einem zeitlich derzeit nicht beschränkten Widerrufsrecht führen.

Was muss ich tun?

1. Zunächst sollte die Widerrufsbelehrung überprüft werden. Dies können Sie selbst, indem sie ihre Widerrufsbelehrung mit dem damals gültigen offiziellen Muster Wort für Wort vergleichen. Sollte Ihr Vertragspartner hierbei von dem offiziellen Muster abgewichen sein, ist ein Fehler in der Widerrufsbelehrung sehr wahrscheinlich.

Auch bei einigen Verbraucherzentralen kann diese Überprüfung für einen relativ geringen finanziellen Aufwand vorgenommen werden.

Selbstverständlich können sie sich auch an den Anwalt ihres Vertrauens oder einen anderen qualifizierten Berater wenden.

Gern stehen ich und mein Kanzleiteam ihnen ebenfalls gerne für Rückfragen zur Verfügung.

2. Falls die Überprüfung ergeben hat, dass ihre Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist, sollten Sie sich über die Folgen im Klaren sein. Nach erfolgreichem Widerruf sind sie nämlich verpflichtet, z.B. bei einem Kreditvertrag, diesen innerhalb von 30 Tagen zurückzuzahlen. Eine Anschlussfinanzierung kann somit notwendig werden. Aber auch hier profitieren Sie von den momentan sehr niedrigen Zinsen und können so eine Menge Geld sparen.

Fazit!

Wer jetzt noch seine Verträge und die darin enthaltenen Widerrufsbelehrung überprüfen lässt, kann sehr viel Geld sparen. Damit sollte man aber nicht zu lange warten, da in absehbarer Zeit die Bundesregierung mittels einer Gesetzesänderung dieses Recht im Hinblick auf ältere Verträge deutlich erschweren wird. Warten sie also nicht mehr zu lang, denn wie der Volksmund schoen sagt: „Zeit ist Geld!“.

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